Category Archives: Rezensionen

Excalibur in Kaltenberg – Ein großes Spektakel

Nach dem sehr kurzen Live-Blogging-Bericht vom Freitag nun auch eine ausführlichere Variante zur Aufführung der Rock-Oper Excalibur in Kaltenberg.

Freitag, 25.07.2009 in Kaltenberg. 8000 Menschen sehen eine Aufführung, die es so noch nie gegeben hat. Auf der Bühne geben sich Weltstars die Klinke in die Hand, zu sehen gibt es Artisten, Akrobaten, schwertkämpfende Ritter, pyrotechnische Effekte. Und das in einer absolut stimmigen Mischung. Ein toller Abend, obwohl sich die im Wetterbericht angekündigten Schauer als Dauerregen manifestieren und die Situation für die Zuschauer und vor allem für die Akteure auf der Bühne nicht einfach machen. Continue reading

Alan Simon: Anne de Bretagne (2CD, 2009)

Hätte es im Mittelalter schon die Klatschblätter wie das „Goldene Blatt“ gegeben, die sich mit all dem beschäftigen, was im Adel gerade aktuell ist, dann wäre Anne de Bretagne (1477-1514) sicher ein Dauergast der Blaublutkolumnen gewesen.

Der Publikumsjoker verrät uns: „Anne de Bretagne war zwischen 1489 und 1491 und von 1498 bis zu ihrem Tode Herzogin der Bretagne. Sie war durch ihre Ehen auch Königin von Frankreich (1491–1498), Erzherzogin von Österreich (1490–1491), Königin von Sizilien und Jerusalem und erneut Königin von Frankreich (1499–1514) und Herzogin von Mailand.“ Continue reading

Das Projekt Excalibur

Alan Simon ist Weltenbummler, Cineast, Komponist und Autor, so kann man es seiner Homepage entnehmen. Mir ist er das erste Mal aufgefallen, als 1999 sein Album „Excalibur, La Légende des Celtes“ erschienen ist. Eine Rock-Oper, für deren Verwirklichung er zahlreiche namhafte Künstler gewinnen konnte. Jean Reno führt als Erzähler durch die Geschichte, und neben vielen weiteren wirken auch Tri Yann, Carlos Nunez, Nikki Matheson, Fairport Convention, Denez Prigent, Dan Ar Braz, Roger Hodgson, Angelo Branduardi und das Prager Symphonieorchester mit.

Es folgten mehrere Konzerte mit weiteren Mitwirkenden, in Frankreich. Im Jahr 2005 erscheint schließlich ein 1999 in Rennes aufgezeichnetes Konzert auf DVD. 2007 erscheint „Excalibur: The Celtic Ring“, wieder kann Simon bekannte Künstler aufbieten, um die Geschichte rund um Artus, Merlin und die Kelten weiterzuerzählen. Eine weitere CD ist geplant.

Unterdessen ist Alan Simon in diesem Jahr nicht nur mit der Rock-Oper „Anne de Bretagne“ beschäftigt. Auch das Projekt Excalibur lebt mehr denn je: Am 25. Juli 2009 kommt es nach Kaltenberg bei München. Mitwirkend sind unter anderem Alan Parsons, Johnny Logan, Les Holroyd (Barclay James Harvest), John Helliwell (Supertramp), Fairport Convention, Andreas Vollenweider und viele andere. Weitere Informationen gibt es auf der schön gestalteten Webseite rund um das Konzert. Es sollen weitere folgen (Konzerte, nicht Webseiten)…

Wig a Wag: Ni Zo

1996 Wurde Wig a Wag gegründet. mittlerweile ist das fünfte Album, „Ni Zo“ veröffentlicht. Die ersten drei Alben sind vor allem geprägt durch die markante Stimme von Loic Chavigny und die häufig dominierenden Blasinstrumente, gespielt von Cyrille Bonneau. 2006 erscheint schließlich die vierte CD. Morgane Ji, die aus La Reunion stammende Sängerin tritt der Band bei. Das tut der Gruppe gut und markiert einen signifikanten Entwicklungssprung der Formation.

2009 schließlich erscheint das fünfte Album. 10 Jahre nach dem ersten. Und es ist wieder duchaus gelungen. Hörenswert, überraschend und schwierig einzuordnen. Wie Wig a Wag schon immer war. Der Titelsong, „Ni Zo“ präsentiert sich im rockigen Gewand, der „Son an Touareg“ schlägt den Weg bedeutent stärker in Richtung Weltmusik ein. „Gwerz an Dour“ ist modern, getragen, melancholisch. Insgesamt ein sehr hörenswertes Album, das, obwohl sich die Band stetig weiterentwickelt, nicht seine bretonische Herkunft verleugnet.

Celtic Music: The Essential Listening Companion, Kenny Mathieson (Hrsg)

Lange habe ich nach einem Buch gesucht, das einen Überblick über keltische Musik gibt, und in dem insbesondere die Bretagne auch ein Kapitel findet und nicht nur als Randnotiz erwähnt wird. Mit Celtic Music: The Essential Listening Companion von Kenny Mathieson (Hrsg) habe ich endlich ein solches gefunden. Das Buch auf Englisch begleitet auf einem Streifzug durch das, was heute keltische Musik ist: Von Irland, Schottland und dem Rest von Großbritannien über Kanada, die Bretagne nach Nordspanien. Auf ca. 190 Seiten stellt es mehrere Hundert Künstler und Bands vor. Das Kapitel über die Bretagne nimmt davon 30 Seiten Raum ein.

Das Buch ist 2001 herausgegeben, ganz aktuelle Gruppen also noch nicht vertreten. Gerade die bretonischen „Klassiker“ sind aber ja bereits durchaus bis zu einigen Jahrzehnten im Geschäft und im Buch behandelt. Überhaupt beginnt das Kapitel zunächst einmal mit einem kurzen Abriss, wie denn die neue Welle der keltischen Musik in der Bretagne begonnen hat, bevor es im Detail die Themen Gesang, Blasinstrumente, Geige, Harfe, Klarinette, Gitarre und schließlich Bands abhandelt.

Wissen Sie zum Beipiel, was genau der Unterschied zwischen kan ha diskan, gwerzioù, sonnioù und kantik ist? Dieses Buch ist ein guter Einstieg. Zu jedem Thema werden Hörtiopps gegeben und bedeutende Vertreter vorgestellt. Ein hervorragender Einstieg, wenn auch nicht mehr ganz brandaktuell, in die Welt der keltischen Musik auf der ganzen Welt!