Alan Simon: Anne de Bretagne (2CD, 2009)

Hätte es im Mittelalter schon die Klatschblätter wie das „Goldene Blatt“ gegeben, die sich mit all dem beschäftigen, was im Adel gerade aktuell ist, dann wäre Anne de Bretagne (1477-1514) sicher ein Dauergast der Blaublutkolumnen gewesen.

Der Publikumsjoker verrät uns: „Anne de Bretagne war zwischen 1489 und 1491 und von 1498 bis zu ihrem Tode Herzogin der Bretagne. Sie war durch ihre Ehen auch Königin von Frankreich (1491–1498), Erzherzogin von Österreich (1490–1491), Königin von Sizilien und Jerusalem und erneut Königin von Frankreich (1499–1514) und Herzogin von Mailand.“

Das bewegte Leben der Herzogin der Bretagne und ihre Ehe zu zwei französischen Königen bietet also genug Stoff, um Bibliotheken zu füllen. Oder auch um auf der Bühne aufgeführt zu werden. Alan Simon, unter anderem Komponist und Autor, hat sich dessen angenommen und eine Rock-Oper komponiert. Und wieder hat er es geschafft, namhafte Musiker um sich zu versammeln, um mit ihnen ein interessantes, kurzweiliges Album zu schaffen.

Cecile Corbel überzeugt mit ihrer einfühlsamen Stimme als „Anne de Bretagne“, auch die anderen Charaktere sind sorgfältig ausgewählt. Obwohl man bei jedem Stück die Handschrift der jeweiligen Musiker deutlich erkennt fügt sich das ganze Album harmonisch zu einem Gesamtkunstwerk.

Ein Gesamtkunstwerk ist auch die Ausstattung: Auf 48 Seiten finden sich Liedtexte, Erläuterungen zum Kontext der jeweiligen Lieder, und witzige Illustrationen von Phil Umbdenstock.

Erfreulicherweise ist die Doppel-CD mittlerweile auch in Deutschland erhältlich und kann zum Beispiel bei Amazon erworben werden. Die Vorfreude unter allen, die die Konzerte morgen und übermorgen besuchen dürfte sehr groß sein. All jene, denen der Weg nach Nantes leider zu weit ist können (und sollten) sich mit dem Album trösten – und der Hoffnung, dass auch eine Live-DVD erscheinen wird. Das kann allerdings – wie die Erfahrung bei Excalibur gezeigt hat – dauern. Von Alan Simon wird auf jeden Fall 2009 und in den kommenden Jahren zu lesen sein.

Hier die Musiker und ihre Rollen:

Anne de Bretagne: Cécile Corbel
François II: Christian Décamps (Ange)
Louis XII: TRI YANN (voix lead Jean-Louis Jossic)
Philippe de Montauban: TRI YANN (voix lead Jean-Paul Corbineau)
Ferdinand II d’Aragon: Nilda Fernandez
Edouard IV: Simon Nicol (Fairport Convention)
Le Prince d’Orange: Laurent Tixier
Michel Ange: Alan Simon
L’amiral Howard: James Wood
Pierre Landais: Didier Squiban
Alain d’Albret: Pat O’May
Henri VII: Les Holroyd from Barclay James Harvest
Léonard de Vinci: Giorgio Conte
Charles VIII: Tristan Décamps (Ange)
Le soldat anglais inconnu: Chris Leslie (Fairport Convention)

Narration (DVD bonus et pour le spectacle): Jean-Claude Dreyfus

Musiciens :

Simon Nicol: Guitare acoustique, Chant lead et choeur
Alan Simon : Low Whistle, Add keyboards, Add Guitare, Chant lead
Pat O May: Guitare Electrique lead
Basile Leroux: Guitare Electrique lead
James Wood : Guitare acoustique, Bass, Chant lead et choeurs
Olivier Rousseau: Piano
Didier Squiban: Piano
Michel Bourcier: Grand Orgue de la cathédrale St Pierre de Nantes
Sylvain Fabre: Percussions
Miguel Henry : Luth , Guitare Renaissance
Laurent Tixier: Vièle à Roue, Flute baroque, veuze, Chant
Chris Leslie: Violon Lead
Alessandro Sacco: Violon
Bob Callero: Stick bass
Marco Canepa: Clavecin et programmation
Gérard Goron (Tri Yann) : Batterie et percussions et Choeur
Jean Paul Corbineau: (Tri Yann) : Chant lead et Choeur
Jean Louis Jossic (Tri Yann) :Chant lead et choeur
Jean Chocun (Tri Yann) : bouzouki irlandais et Choeur
Konan Mevel (Tri Yann) :Cornemuse
Christophe Peloil (Tri Yann) : Violon et Choeur
Frederic Bourgeois (Tri Yann) : Claviers et Choeur
Jean Luc Chevalier (Tri Yann): Guitare electrique et acoustique
Tristan Decamps ( Ange): Chant lead et Choeur
Christian Decamps ( Ange) : Chant Lead et Choeur
Les Holroyd ( Barclay James Harvest) : Chant lead et Choeur
Gorgio Conte: Chant lead et voix

L’orchestre symphonique de Budapest orchestré et dirigé par Laurent Couson et supervisé par Alan Simon.
Le Bagad Anna Vreizh dirigé et orchestré par Christian Méhat.

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