Monthly Archives: Februar 2009

Auf den Märkten der Welt

Heute durfte ich eine neue Gruppe kennenlernen, die mir bisher entgangen war: Das Blog des Bretagne-Shops schreibt über die neue CD der Gruppe Kendirvi, “Aux Bazars du Monde”. Die kannte ich, wie gesagt, vorher noch nicht. Die angebotenen Hörbeispiele lassen eine interessante Mischung aus Weltmusik mit französischer Instrumentalmusik mit bretonischer Tanzmusik vermuten. Auf jeden Fall anhören.

Der Hammer aber ist die Homepage der Band. Selten habe ich so eine liebevoll gestaltete Homepage gesehen. Die Startseite ist wie eine Schaufensterfront gestaltet, auf der aktuelle Informationen sowie der nächste Konzerttermin angeschrieben sind. Die Band wird in einer liebevoll gestalteten Bildergalerie vorgestellt und die Hörbeispiele auf der Medien-Seite werden auf einer Jukebox dargeboten. Absolut sehenswert, und die Musik scheint auch absolut hörenswert zu sein!

Wig a Wag: Neues Album “Ni Zo” als Download erhältlich

Wig a Wag nutzt seine Unabhängigkeit, um auch bei der Distribution des neuen Albums neue Wege zu gehen: Das Album ist jetzt zunächst erst einmal als Download erhältlich, bevor es Anfang März als CD erscheint. Nicht über die großen Portale, sondern über www.faunebox.com, von Künstlern selbst betrieben.

Funktioniert das? Mit kleinen Einschränkungen sehr gut. So läuft der Bestellvorgang ab: Man wählt im Shop das gewünschte Album, klickt auf “Acheter”, gelangt zum Warenkorb, und kommt mitels “Passer la commande” auf die nächste Seite. Dort kann man sich entweder anmelden, wenn man bereits ein Konto hat, oder einfach eines anlegen. Dazu braucht man nur die E-Mail-Adresse und ein Passwort angeben. Im nächsten Schritt gibt man die Adresse ein, in einem weiteren Schritt, ob man mit Kreditkarte oder Paypal zahlen möchte. Im folgenden Schritt führt man schließlich die Zahlung durch.

Dann wird es leicht kompliziert, bei mir kam dann eine E-Mail mit einem Download-Link an, der von meinem E-Mail-Programm umgebrochen wurde, so dass er nicht mehr anklickbar war. Es war also kopieren und zusammenfügen notwendig. Noch kein großes Hindernis. Man wird auf eine Seite geleitet, auf der man ein ZIP-File herunterladen kann. Ein kleines ZIP-File. Zu klein, um das Album zu beinhalten. Es beinhaltet eine Webseite, die Links auf weitere ZIP-Dateien enthalten: Eine mit den mp3-Dateien, eine mit dem Album-Art als Datei. 

Die mp3-Dateien sind mit 224 Kilobit/Sekunde ordentlich kodiert. Unverständlich für mich ist lediglich der fehlende ID3-Tag. So muss man entweder erst einmal die Songs in einer Playliste in die richtige Reihenfolge bringen, um sie auch so abzuspielen, wie sie auf dem Album vorhanden sind. Oder man bearbeitet die ID3-Tags. Beides etwas lästig, wenn man doch gleich loshören möchte.

Die Album-Cover und das Booklet liegen im gif-Format in ordentlicher Qualität vor. Während ich diese Zeilen schreibe läuft die Musik bei mir schon im Hintergrund. Wenn ich wieder etwas Zeit habe gibt’s eine ausführliche Rezension…

Celtic Music: The Essential Listening Companion, Kenny Mathieson (Hrsg)

Lange habe ich nach einem Buch gesucht, das einen Überblick über keltische Musik gibt, und in dem insbesondere die Bretagne auch ein Kapitel findet und nicht nur als Randnotiz erwähnt wird. Mit Celtic Music: The Essential Listening Companion von Kenny Mathieson (Hrsg) habe ich endlich ein solches gefunden. Das Buch auf Englisch begleitet auf einem Streifzug durch das, was heute keltische Musik ist: Von Irland, Schottland und dem Rest von Großbritannien über Kanada, die Bretagne nach Nordspanien. Auf ca. 190 Seiten stellt es mehrere Hundert Künstler und Bands vor. Das Kapitel über die Bretagne nimmt davon 30 Seiten Raum ein.

Das Buch ist 2001 herausgegeben, ganz aktuelle Gruppen also noch nicht vertreten. Gerade die bretonischen “Klassiker” sind aber ja bereits durchaus bis zu einigen Jahrzehnten im Geschäft und im Buch behandelt. Überhaupt beginnt das Kapitel zunächst einmal mit einem kurzen Abriss, wie denn die neue Welle der keltischen Musik in der Bretagne begonnen hat, bevor es im Detail die Themen Gesang, Blasinstrumente, Geige, Harfe, Klarinette, Gitarre und schließlich Bands abhandelt.

Wissen Sie zum Beipiel, was genau der Unterschied zwischen kan ha diskan, gwerzioù, sonnioù und kantik ist? Dieses Buch ist ein guter Einstieg. Zu jedem Thema werden Hörtiopps gegeben und bedeutende Vertreter vorgestellt. Ein hervorragender Einstieg, wenn auch nicht mehr ganz brandaktuell, in die Welt der keltischen Musik auf der ganzen Welt!

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Cara Dillon: Hill of Thieves (Kurzkritik)

Gesteren erreichte mich nun also die CD “Hill of Thieves” von Cara Dillon. Die kommt zwar nicht aus der Bretagne, macht aber tolle Musik mit keltischen Wurzeln, weshalb ich die neue CD gerne hier vorstelle:

Wer Cara Dillon kennt, weiß ungefähr, was ihn erwartet: Eine Sängerin mit einer wunderschönen Stimme, behutsam begleitet mit einem Klavier, gelegentlich auch mit Violine, Gitarre, Uilleann Pipes oder anderen traditionellen Instrumenten. Die Erwartungen werden mehr als erfüllt. Und obwohl das Album  fast nur aus arrangierten Traditionals besteht ist es wirklich modern und zeigt die Klasse sowohl der Sängerin als auch die Kunst, mit der Cara Dillon und Sam Lakeman die Songs arrangiert haben.

Bekannte Songs, wie “The parting Glass” oder “She moved through the fair” (ich habe auf Anhieb sieben verschiedene Version in meiner Plattensammlung aufstöbern können) wirken frisch. Die Arrangements verbinden sehr eindrücklich Tradition und Moderne und sind durchweg beeindruckend eingängig. Spätestens beim letzten Stück,  Fil, Fil A Run O, a cappella gesungen, kommt Gänsehaut-Feeling auf.  Cara Dillon hat mit diesem Album sicher abermals deutlich gemacht, dass sie derzeit eine der bedeutendsten Folk-Sängerinnen ist!

Wer nicht genug von Cara Dillon bekommen kann, dem sei übrigens noch die DVD “The Redcastle Sessions” empfohlen. Bei den Tourdaten auf der Webseite ist leider nur ein Konzert zu finden, das sie in die Nähe von Deutschland führt: Am 6. März in Schaffhausen in der Schweiz.

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Tracklisting:

1. The Hill Of Thieves
2. Johnny, Lovely Johnny
3. The Parting Glass
4. Spencer The Rover
5. False, False
6. Jimmy Mo Mhile Stor
7. She Moved Through The Fair
8. P Stands For Paddy
9. The Verdant Braes Of Skreen
10. The Lass Of Glenshee
11. Fil, Fil A Run O

Digitale Kleinstaaterei (2)

Noch ein kurzer Nachtrag zum Download von bretonischer/keltischer Musik, den ich noch kurz loslassen möchte: Nachdem der Download des aktuellen Albums von Cara Dillon nicht möglich war, habe ich es also bestellt. Heute ist es angekommen, Rezension folgt.

Mittlerweile ist mir dann auch kix.de über den Weg gelaufen. Eine Suchmaschine für mp3-Download-Dienste. Schick. Nach Eingabe eines Suchbegriffs werden verschiedene Downloadportale durchsucht, und man erfährt, ob ein Stück bei iTunes, freenet, musicload, 7digital & Co erhältlich ist. Das ist nett, wenn man mal eben schnell ein einzelnes Stück sucht, mir sind allerdings komplette Alben lieber. Bei der neuen CD von Cara Dillon, die man tatsächlich dort findet, ergäbe sich ein Download-Preisvorteil von gerade einmal zwei Euro. Das ist mir dann doch eine ordentliche CD mit Booklet allemal wert.